Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Geschichte der Psychoanalyse in Russland

Biografien

Institutionalisierung

1989 fand in Moskau die Gründung der Psychoanalytischen Vereinigung der UdSSR statt, aus der nach dem Zerfall der Sowjetunion zwei russische psychoanalytische Gesellschaften hervorgingen, von denen die Russische Psychoanalytische Vereinigung (RPO) heute noch existiert. Ihr erster Präsident war der Psychiater Aron I. Belkin. Auch in St. Petersburg (1990), Rostow (1991) und Jekaterinenburg entstanden psychoanalytische Vereinigungen. 1991 erschien mit Rossiyskiy psikhoanaliticheskiy vestnik [Russian Psychoanalytical Bulletin] wieder eine psychoanalytische Zeitschrift in Russland. Ebenfalls 1991 wurde in St. Petersburg das Osteuropäische Institut für Psychoanalyse [Восточно-Европейский Институт Психоанализа] ins Leben gerufen, die erste post-sowjetische Ausbildungsstätte für Psychoanalytiker:innen aus ganz Russland (Direktor: Michail Reshetnikov). 2016 wurde dem Institut aus unklaren Gründen die staatliche Akkreditierung entzogen, wogegen es bei verschiedenen Gerichten Klage eingereicht hat.
1995 konstituierte sich aus der Sneshnewski-Sektion Московское Общество Психоаналитиков (МОП), die Moskauer Psychoanalytische Gesellschaft, und zwei Jahre später die Moskauer Psychoanalytiker-Gesellschaft, die beide 2005 den Status einer Study Group der IPA erhielten. 2011 wurde die Moskauer Psychoanalytische Gesellschaft provisorisches und 2015 Vollmitglied der IPA. Präsidentin der МОП, mit derzeit 26 Mitgliedern und 27 KandidatInnen, ist seit 2015 Tatiana Alavidze. Seit 2014 erscheint jährlich das Bulletin of the Moscow Psychoanalytic Society.

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