Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in Ungarn

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1956 übersiedelte sie mit ihrem Mann nach London, wo sie bis in ihr achtzigstes Lebensjahr als Psychoanalytikerin praktizierte. Sie war Mitglied der British Psychoanalytical Society und Lehr- und Kontrollanalytikerin an Anna Freuds Hampstead Clinic. Zu ihren LehranalysandInnen zählte u. a. auch Anne-Marie Sandler. Ihre bekannteste wissenschaftliche Arbeit ist wohl ihr Aufsatz The analysis of a young concentration camp victim (1963). Darin berichtete sie über den Fall einer Jüdin, die in einer Kindergruppe das KZ Auschwitz überlebt hatte und als Jugendliche unter Identitätsstörungen litt. Edith Gyömröi schrieb im Laufe ihres Lebens auch Gedichte, Erzählungen und Romane.



Lilly Hajdu plädierte bereits früh für die Ergänzung der Einzelanalyse durch eine Familien- und Gruppentherapie. Einen Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeit bildete die Entstehung und Heilung von Schizophrenie. Sie war eine der ersten, die einen Ursachenzusammenhang zwischen der psychodynamischen Konstellation einer Familie und der Entstehung von Schizophrenie erkannte. In ihrem 1940 erschienenen Aufsatz Contributions to the etiology of schizophrenia stellte sie die These auf, dass eine der Ursachen von Schizophrenie in traumatischen Hungererfahrungen im Säuglingsalter zu suchen sei. Sie hob außerdem die Rolle zweier wichtiger Entstehungsfaktoren für die Schizophrenie hervor: den kalten sadistischen Charakter der Mutter und die passive Indifferenz des Vaters.
Nach Hajdus Ansicht kann die Schizophrenie durch Psychoanalyse geheilt werden, sofern man dabei die Erkenntnisse Sándor Ferenczis berücksichtigt. In einem ihrer Aufsätze (1933) beschrieb Lilly Hajdu die wichtigsten Komponenten der psychoanalytischen Behandlung von Schizophrenen, ausgehend von Anna Freuds Konzeption einer Analogie zwischen psychotischem Agieren und Kinderspielen sowie von Ferenczis Gedanken über die Periode der magischen Allmacht der Gebärden.



1938 emigrierte Fanny Hann-Kende in die USA und wurde 1943 Mitglied und 1948 Lehranalytikerin der New York Psychoanalytic Society and Institute. Von 1948 an bis zu ihrem Tod war sie an der Columbia-Universität in der psychiatrischen Abteilung sowie in der Psychoanalytic Clinic for Training and Research tätig. Zu ihren Lehranalysandinnen zählte damals Ruth Easser.
Fanny Hann-Kende starb kurz vor ihrem 61. Geburtstag an Darmkrebs.































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