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Maida Hall Clara Lazar-Geroe Janet Nield Vera Roboz María-Inés Rotmiler de Zentner |
Die Ärztin Maida Hall absolvierte Anfang der 1950er Jahre ihre Lehranalyse bei Andrew Petö in Sydney. Anschließend ging sie nach London und wurde dort Mitglied der British Psycho-Analytical Society. Nach ihrer Rückkehr war sie Lehranalytikerin am Sydney Institute for Psychoanalysis und die erste in Australien, die den Ansatz von Melanie Klein vertrat. Einer ihrer ersten Analysanden war Reginald Martin, der spätere Präsident der Australian Psychoanalytical Society, der ebenfalls Kleinianer war.

Klara Lázár wurde in Pápa in Ungarn geboren, sie war die Tochter des ungarisch-jüdischen Großhandelskaufmanns Adolf Adam Lázár und seiner Frau Ilona, geb. Lusztig. Nach dem Besuch eines calvinistischen Gymnasiums studierte sie Medizin, promovierte 1924 an der Budapester Universität und spezialisierte sich auf die Psychiatrie. 1927 heiratete sie Vilmos (William) Gerö, aus ihrer Ehe ging ein Sohn hervor.
1926 begann Klara Lázár-Gerö in Budapest ihre psychoanalytische Ausbildung. Sie machte eine dreijährige Lehranalyse bei Michael Balint und wurde 1931 Mitglied, 1938 Lehranalytikerin der Ungarischen Psychoanalytischen Vereinigung. Von 1932 bis 1939 praktizierte sie als Psychoanalytikerin in Budapest, bis die antisemitischen Gesetze der Regierung Horthy sie ins Exil trieben. Nachdem der IPV-Vorsitzende Ernest Jones sie zur Lehranalytikerin der British Psycho-Analytical Society ernannt und zur Gründung eines Zweigs der BPAS in Melbourne autorisiert hatte, emigrierte sie nach Australien.
1940 ließ sich Clara Lazar-Geroe mit ihrer Familie in Melbourne nieder, wo sie von 1941 an im neueröffneten Melbourne Institute of Psychoanalysis zwanzig Jahre lang als einzige Lehranalytikerin arbeitete. Durch ihre Ausbildungstätigkeit waren die Anfänge der Psychoanalyse in Australien von der Budapester Schule Sándor Ferenczis geprägt. 1952 gründete Lazar-Geroe gemeinsam mit dem australischen Analytiker Roy Winn und dem ebenfalls aus Ungarn emigrierten Endre (Andrew) Petö die Australian Society of Psychoanalysts, die bis 1967 der BPAS angeschlossen war und 1973 als Australian Psychoanalytical Society (APAS) Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung wurde.
Die als tatkräftig, selbstlos und mütterlich charakterisierte Clara Geroe, die mehrere Jahre Präsidentin der APAS war, gab Seminare für Ausbildungskandidaten, Psychiater, Ärzte und Pädagogen, aber auch für Bewährungshelfer, Lehrer, Kindergärtnerinnen und Eltern. Sie interessierte sich besonders für die Kinderanalyse und leitete neben einer Poliklinik auch eine Child Guidance Clinic am Melbourner Institut. Außerdem lehrte sie am Psychologie-Department der Universität Melbourne und war Mitgründerin des College of Psychiatrists.
Janet Nield, geboren in Rutherglen, Victoria, gehörte zu den ersten in Australien ausgebildeten AnalytikerInnen. Sie studierte Geschichte an der Universität of Melbourne und schloss 1936 mit einem MA ab; 1939 erhielt sie außerdem ein Diplom in Pädagogik.
1935 lernte Janet Blake Plant Joseph Clive Nield (1908-1977) kennen, der wie sie an der Geelong Grammar School unterrichtete, und heiratete ihn ein Jahr später. Aus der Ehe ging ihr einziger Sohn Lawrence hervor. Janet und Clive Nield engagierten sich beide für eine kindzentrierte Erziehung und begaben sich 1938 auf eine neunmonatige Reise, um progressive Erziehungsmethoden und -institutionen in Europa, Kanada und den USA kennenzulernen. U. a. besuchten sie die Demokratische Schule Summerhill von Alexander S. Neill, das Vorbild für die freie Koornong School, die die Nields 1939 in Warrandyte unweit von Melbourne gründeten. In diesem Schulexperiment wurden auch psychoanalytische Ideen umgesetzt, wobei sie von der Psychoanalytikerin Clara Lazar-Geroe beraten und mit Seminaren für die Erzieher unterstützt wurden.
Janet Nield absolvierte zwischen 1941 und 1946 eine Lehranalyse bei Clara Lazar am neugegründeten psychoanalytischen Lehrinstitut in Melbourne. Nach Schließung der Koornong Schule im Jahr 1947 zog sie mit ihrem Mann nach Sydney, wo sie von 1953 bis 1971 als Psychotherapeutin am Royal Alexandra Hospital for Children tätig war. Sie setzte ihre Lehranalyse bei Andrew Petö fort, dem Leiter des 1951 gegründete Sydney Institute for Psychoanalysis. Janet Nield wurde 1962 als Analytikerin zugelassen und im gleichen Jahr in die British Psycho-Analytical Society aufgenommen. Seit Ende der 1960er Jahre arbeitete sie als Lehranalytikerin am Sydney Institute for Psychoanalysis. Durch ihre Lehrtätigkeit und als Supervisorin von Psychiatern und anderen Therapeuten am Children's Hospital trug sie entscheidend zur Anerkennung der Psychoanalyse bei.
Nachdem ihr Mann 1977 gestorben war, zog Janet Nield nach Adelaïde und beteiligte sich am Aufbau des 1979 eröffneten Adelaïde Institute of Psychoanalysis, wo sie bis Mitte der 1980er Jahre als Lehr- und Kontrollanalytikerin tätig war. Danach kehrte sie nach Sydney zurück, wo sie in Balmain starb.
Vera Roboz-Groák stammte aus Ungarn und war ursprünglich Heilpädagogin. Sie war - wie ihr Mann Pál Roboz - eine Schülerin Leopold Szondis, der die Schicksalsanalyse und den Szondi-Test entwickelte hatte und bis 1944 in Budapest lehrte und forschte. Nach dem Krieg gelangten viele Szondi-SchülerInnen in führende Positionen, so auch Vera Roboz, die bis 1956 Professorin an der Hochschule für Heilpädagogik in Budapest war und dort die kriminalpsychologische Fakultät leitete. In Budapest absolvierte sie auch ihre psychoanalytische Ausbildung.
Nach der Niederschlagung des Ungarnaufstands emigrierte Vera Roboz nach Australien und ließ sich 1957 in Melbourne nieder. Sie praktizierte schon einige Jahre als Analytikerin und lehrte am Melbourne Institute for Psychoanalysis, als sie 1962 als außerordentliches Mitglied und 1968 als ordentliches Mitglied in die British Psycho-Analytical Society aufgenommen wurde. Danach gehörte sie als Lehranalytikerin dem Training Committee in Australia an, das die Ausbildung der Australian Study Group organisierte.
Die Argentinierin María-Inés Rotmiler de Zentner, Tochter europäischer Immigranten, erhielt ihre psychoanalytische Ausbildung in Buenos Aires, zunächst bei der Asociación Psicoanalítica Argentina und danach bei dem Lacanianer Oscar Masotta, der 1974 die Escuela Freudiana de Buenos Aires gründete. 1977 verließ María-Inés Rotmiler de Zentner mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Oscar Zentner, das vom Terrorregime Videlas heimgesuchte Argentinien und emigrierte nach Australien. Sie ließen sich in Melbourne nieder und gründeten noch im gleichen Jahr die lacanianische Vereinigung The Freudian School of Melbourne.
María-Inés Rotmiler de Zentner lehrte viele Jahre am Psychiatrie-Department des Royal Children's Hospital in Melbourne sowie beim Post Graduate Child Psychiatry Training Programme of Victoria. Sie hat über Themen wie Selbstmord, Anorexia nervosa, Melancholie, Begehren und Diskurs sowie über das Problem der Zeit in der psychoanalytischen Praxis publiziert. 1992 zog sie sich aus der Freudian School of Melbourne zurück und praktiziert heute als niedergelassene Psychoanalytikerin in Melbourne. Außerdem ist sie Consultant Psychoanalyst der psychiatrischen Station für Kinder und Erwachsene am Austin Hospital und Senior Lecturer für Psychologische Medizin an der Monash University.