Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in der Schweiz

Geschichte

Silvia Amati Sas
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Marcelle Spira
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1974 kehrte Ruth Cohn nach Europa zurück, wo sie bis 2002 in Hasliberg-Goldern in der Schweiz als Psychotherapeutin sowie als TZI-Lehrerin und -Beraterin tätig war. Sie starb 97-jährig in Düsseldorf.











1931 referierte Emma Jung im Psychologischen Club über den Animus, die Personifikation des Männlichen im Unbewussten der Frau (Ein Beitrag zum Problem des Animus), und 1950 verfasste sie einen Essay über die Anima, die Personifikation des Weiblichen im Unbewussten des Mannes (Die Anima als Naturwesen). Beide Vorträge wurden 1967 erstmals veröffentlicht. Ihr lebenslanges Interesse galt der Gralslegende. Sie hinterließ eine Studie zur symbolischen Bedeutung von Motiven der Gralslegende als Archetypen, die nach ihrem Tod von Marie-Louise von Franz bearbeitet und herausgegeben wurde.



Kritiker warfen Alice Miller psychologistische Kurzschlüsse vor, z. B. wenn sie festhält: "Hitler hätte nicht Millionen von Menschen umbringen müssen, wenn es ihm als Kind möglich gewesen wäre, sich direkt gegen die Grausamkeiten seines Vaters aufzulehnen". Die persönliche Tragik Alice Millers, die, selbst Tochter einer lieblosen Mutter und als verfolgte Jüdin traumatisiert, ihrem Sohn eine kalte und destruktive Mutter war, beschreibt Martin Miller in seinem Buch Das wahre "Drama des begabten Kindes".




Wie Sabina Spielrein war Mira Oberholzer eine der ersten Kinderanalytikerinnen in der Schweiz. Trotz ihrer Anfänge bei Jung blieb sie stets eine loyale Anhängerin Freuds. Im Vergleich zu ihrer Bedeutung als Pionierin der schweizerischen Psychoanalyse hinterließ sie nur ein schmales Werk. In ihrer Mitteilung von Kindheitsträumen mit spezieller Bedeutung belegte sie, dass die Träumer in frühen Kinderjahren Zeugen sexuellen Verkehrs gewesen waren. In Tolstoi über den Traum wies sie nach, dass Tolstoi, indem er das Unbewusste mit moralischen Maßstäben maß, die triebhafte Dimension übersah. Ihr Aufsatz Aus der Analyse eines 13jährigen Mädchens enthält die Beschreibung der erfolgreichen Behandlung einer jungen Hysterikerin, die an einer schweren Anorexie litt.
Mira Oberholzer-Gincburg starb in New York an Krebs.


Für Goldy Parin-Matthèy, die sich selbst als "moralische Anarchistin" bezeichnete, war die Psychoanalyse ein "Guerillakampf mit anderen Mitteln". Wie ihr Mann verstand sie ihre psychoanalytische Tätigkeit als subversiv und gesellschaftskritisch. Ziel der Psychoanalyse war für sie die Stärkung der autonomen Kräfte einer Person und eine größere Unabhängigkeit von den sozialisierenden Faktoren.
1990 gaben die Parins ihre psychoanalytische Praxis auf. Goldy Parin-Matthèy starb sieben Jahre später in Zürich.










Lise Tripets wichtigste Veröffentlichung Wo steht das verlorene Haus meines Vaters? bezieht sich auf ihre Tätigkeit in Senegal. Das Buch enthält zwei Fallgeschichten senegalesischer Patienten und eine dritte Fallgeschichte, die zum Teil ihre Selbstanalyse darstellt. Sie bestätigt darin die von der Ethnopsychoanalyse betonte und von der klassischen Psychoanalyse in der Regel vernachlässigte Bedeutung der gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen.



Sie veröffentlichte neben Einführungen in Jungs "Komplexe Psychologie" - diesen Ausdruck zog sie dem der Analytischen Psychologie vor - auch einen Aufsatz zur Psychologie der Frau auf der Grundlage der Jungschen Typologie. Unter ihrer Mitwirkung prägte Jung die Begriffe "Animus" und "Anima" ebenso wie "Persona".
Obwohl Toni Wolff die letzten Jahre unter schwerer Arthritis litt, führte sie bis kurz vor ihrem Tod Therapien durch. Sie starb an einem Herzinfarkt.


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