Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in der Schweiz

Geschichte

Esther Aptekmann
Ada Berna-Citroen (Niederlande)
Rosmarie Berna-Glantz
Fanny Chalewsky
Mireille Cifali
Ruth C. Cohn
Martha Eicke-Spengler
Sophie Erismann
Emma Fürst
Germaine Guex
Emma Jung
Salomea Kempner (Deutschland)
Judith Le Soldat
Marianne Leuzinger-Bohleber (Deutschland)
Fanja Lowtzky (Deutschland)
Alice Miller
Françoise Minkowska
Maria Moltzer (Niederlande)
Maya Nadig
Mira Oberholzer-Gincburg
Goldy Parin-Matthèy
Maria Pfister-Ammende
Danielle Quinodoz
Madeleine Rambert
Janice de Saussure
Julia Schwarzmann
Marguerite Sechehaye
Martha Sigg-Böddinghaus
Sabina Spielrein (Russland)
Marcelle Spira
Lise Tripet
Judith Valk
Antonia Wolff

Rosmarie Berna lebt heute in Thalwil in der Schweiz und gehört der Teresianischen Karmel-Gemeinde Birkenwerder an, wo sie als Psychotherapeutin, Gesprächsseelsorgerin und Begleiterin Karmelitanischer Exerzitien tätig ist.





1974 kehrte Ruth Cohn nach Europa zurück, wo sie bis 2002 in Hasliberg-Goldern in der Schweiz als Psychotherapeutin sowie als TZI-Lehrerin und -Beraterin tätig war. Sie starb 97jährig in Düsseldorf.



Als die SGPsa 1977 dem PSZ die Anerkennung als Ausbildungsinstitut entzog und es zum Bruch mit den "Linken" Paul Parin, Goldy Parin-Matthèy, Fritz Morgenthaler und anderen kam, übernahm Martha Eicke die Leitung im Unterrichtsausschuss der SGPsa. Neben ihrer Praxis als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie war sie bis zu ihrer Emeritierung als Lehranalytikerin und Supervisorin am SGPsa-eigenen Ausbildungsinstitut, dem späteren Freud-Institut Zürich, tätig.





Die Problematik und Behandlung solcher Patienten beschrieb Germaine Guex in ihrem 1950 erschienenen Buch La névrose d'abandon, das 1973 unter dem Titel Le syndrome d'abandon neuaufgelegt wurde.


1931 referierte Emma Jung im Psychologischen Club über den Animus, die Personifikation des Männlichen im Unbewussten der Frau (Ein Beitrag zum Problem des Animus), und 1950 verfasste sie einen Essay über die Anima, die Personifikation des Weiblichen im Unbewussten des Mannes (Die Anima als Naturwesen). Beide Vorträge wurden 1967 erstmals veröffentlicht. Ihr lebenslanges Interesse galt der Gralslegende. Sie hinterließ eine Studie zur symbolischen Bedeutung von Motiven der Gralslegende als Archetypen, die nach ihrem Tod von Marie-Louise von Franz bearbeitet und herausgegeben wurde.




Kritiker werfen Alice Miller psychologistische Kurzschlüsse vor, die sich in Thesen offenbarten wie "Hitler hätte nicht Millionen von Menschen umbringen müssen, wenn es ihm als Kind möglich gewesen wäre, sich direkt gegen die Grausamkeiten seines Vaters aufzulehnen".




Wie Sabina Spielrein war Mira Oberholzer eine der ersten Kinderanalytikerinnen in der Schweiz. Trotz ihrer Anfänge bei Jung blieb sie stets eine loyale Anhängerin Freuds. Im Vergleich zu iher Bedeutung als Pionierin der schweizerischen Psychoanalyse hinterließ sie nur ein schmales Werk. In ihrer Mitteilung von Kindheitsträumen mit spezieller Bedeutung belegte sie, dass die Träumer in frühen Kinderjahren Zeugen sexuellen Verkehrs gewesen waren. In Tolstoi über den Traum wies sie nach, dass Tolstoi, indem er das Unbewusste mit moralischen Maßstäben maß, die triebhafte Dimension übersah. Ihr Aufsatz Aus der Analyse eines 13jährigen Mädchens enthält die Beschreibung der erfolgreichen Behandlung einer jungen Hysterikerin, die an einer schweren Anorexie litt.
Mira Oberholzer-Gincburg starb in New York an Krebs.


Für Goldy Parin-Matthèy, die sich selbst als "moralische Anarchistin" bezeichnete, war die Psychoanalyse ein "Guerillakampf mit anderen Mitteln". Wie ihr Mann verstand sie ihre psychoanalytische Tätigkeit als subversiv und gesellschaftskritisch. Ziel der Psychoanalyse war für sie die Stärkung der autonomen Kräfte einer Person und eine größere Unabhängigkeit von den sozialisierenden Faktoren.
1990 gaben die Parins ihre psychonalytische Praxis auf. Goldy Parin-Matthèy starb sieben Jahre später in Zürich.







Von 1951 bis 1952 hielt Marguerite Sechehaye gemeinsam mit ihrer Adoptivtochter an der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich eine Reihe von Vorlesungen, die 1954 unter dem Titel Introduction à une psychothérapie des schizophrènes erschienen sind.




1981 zog Marcelle Spira nach Italien in ihr Haus auf der Isola del Giglio, wo sie noch bis 2006 Supervisionen durchführte.



Lise Tripets wichtigste Veröffentlichung Wo steht das verlorene Haus meines Vaters? bezieht sich auf ihre Tätigkeit in Senegal. Das Buch enthält zwei Fallgeschichten senegalesischer Patienten und eine dritte Fallgeschichte, die zum Teil ihre Selbstanalyse darstellt. Sie bestätigt darin die von der Ethnopsychoanalyse betonte und von der klassischen Psychoanalyse in der Regel vernachlässigte Bedeutung der gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen.



Sie veröffentlichte neben Einführungen in Jungs "Komplexe Psychologie" - diesen Ausdruck zog sie dem der Analytischen Psychologie vor - auch einen Aufsatz zur Psychologie der Frau auf der Grundlage der Jungschen Typologie. Unter ihrer Mitwirkung prägte Jung die Begriffe "Animus" und "Anima" ebenso wie "Persona".
Obwohl Toni Wolff die letzten Jahre unter schwerer Arthritis litt, führte sie bis kurz vor ihrem Tod Therapien durch. Sie starb an einem Herzinfarkt.



© 2007-2013 Brigitte Nölleke       Letzte Änderung: 17.4.2013