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Núria Abelló de Bofill Júlia Corominas Vigneaux Rebeca Grinberg María Teresa Ruiz Margarete Steinbach (Deutschland) Carolina Zamora |
Die Kinderanalytikerin Núria Abelló Soler wurde in Tarragona an der spanischen Mittelmeerküste geboren. Sie heiratete 1951 in Barcelona den spanischen Psychoanalytiker Pere Bofill (*1920), ein Jahr später kam ihre Tochter Sophie zur Welt. Ihre psychoanalytische Ausbildung erhielt Núria Abelló in der Schweiz und bei Esther Bick in London. 1956 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Sociedad Luso-Española de Psicoanálisis. Nach der Teilung der Gesellschaft im Jahr 1966 wurde sie Mitglied der Sociedad Española de Psicoanálisis (SEP).
Núria Abelló de Bofill führte 1970 die von Esther Bick entwickelte Technik der Säuglingsbeobachtung in die Ausbildung des psychoanalytischen Seminars in Barcelona ein. Zur Verbreitung psychoanalytischen Wissens organisierte sie Weiterbildungsseminare für Kinderärzte und Kinderschwestern im Rahmen der staatlichen Krankenversorgung.
Die Psychiaterin und Kinderanalytikerin Júlia Corominas [auch Coromines] wurde in Barcelona als eines von acht Kindern einer gebildeten katalanischen Familie geboren. Ihr Vater Pere Corominas, Rechtsanwalt, Abgeordneter und Verfasser politischer Schriften, war ein Vorkämpfer für die Freiheit Kataloniens, ihre Mutter Celestina Vigneaux leitete eine Montessori-Schule.
Júlia Corominas studierte von 1928 bis 1934 in Barcelona Medizin. Während des Spanischen Bürgerkriegs war sie Bereitschaftsärztin in der Guardería Poble Nou. Nach dem Sieg Francos emigrierte die Familie Corominas Vigneaux zunächst nach Paris und schließlich nach Buenos Aires, wo Júlia Corominas als Fürsorgerin arbeitete und psychologische Tests mit Kindern durchführte. 1944 kehrte sie nach Spanien zurück und promovierte in Madrid. Ihre kinderpsychiatrische Ausbildung setzte sie 1947/48 in London fort, wo sie Seminare John Bowlbys und Esther Bicks an der Tavistock-Klinik besuchte.
Anfang der 1950er Jahre begann sie eine psychoanalytische Ausbildung bei Margarete Steinbach und setzte sie nach deren Tod bei Maurice Bouvet in Paris fort, bei dem sie bis 1957 in Analyse war. Sie wurde Mitglied der Société Psychanalytique de Paris und gehörte 1956 zu den GründerInnen der Sociedad Luso-Española de Psicoanálisis. Zu dieser Zeit waren Júlia Corominas, Pere Bofill und Pere Folch die einzigen in Barcelona praktizierenden Psychoanalytiker. Nachdem sie eine weitere Analyse bei Salomon Resnik absolviert hatte, war sie Lehranalytikerin und von 1971 bis 1977 Präsidentin der Sociedad Española de Psicoanálisis.
Sie beteiligte sich an der Gründung zahlreicher Einrichtungen, so des psychoanalytischen Instituts in Barcelona (1971) und des Centro de Psicoterapia Psicoanalítica (1986). Zu ihren wichtigsten Tätigkeitsfeldern zählte das von ihr 1961 gegründete Centro Piloto de Parálisis Cerebral, dessen erste Direktorin sie war. Neben ihrer Ausbildungs- und Lehrtätigkeit widmete sie sich besonders Kindern mit neuromuskulären Störungen, hinter denen sich, so ihre These, mehr oder weniger manifeste psychotische Zustände verbergen. Eine wichtige Funktion bei der Behandlung dieser Kinder kommt der Institution der Müttergruppen zu, die Júlia Corominas 1978 einrichtete, um die betroffenenen Mütter besser an der Therapie zu beteiligen.
1997 wurde Júlia Corominas mit dem Creu de Sant Jordi für ihre Verdienste um die Psychoanalyse in Spanien ausgezeichnet.(Artikelanfang)
Die aus Argentinien stammende Ärztin und Kinderanalytikerin Rebeca Grinberg war Mitglied und Lehranalytikerin der Asociación de Psicoanálisis de Buenos Aires, bevor sie 1976 mit ihrem Mann León Grinberg (1921-2007) vor dem Terror-Regime Videlas nach Spanien emigrierte. Als Gäste der Asociación Psicoanálitica de Madrid (A.P.M.) beteiligten sich Rebeca und León Grinberg an der Ausbildung von Kandidaten des Madrider Instituts. Sie beschlossen in Madrid zu bleiben und wurden 1980 als ordentliche Mitglieder und Lehranalytiker in die A.P.M. aufgenommen, wo sie sich der Weiterentwicklung kleinianischer Positionen verschrieben.
Der Schwerpunkt der von Rebeca Grinberg gemeinsam mit ihrem Mann durchgeführten Arbeiten liegt auf der Psychopathologie der Migration. Den Hintergrund bildeten ihre eigene Emigration sowie ihre langjährige klinische Erfahrung in Argentinien, Israel und Spanien mit Migranten und Menschen, die zum Exil gezwungenen waren. Rebeca und León Grinberg untersuchten die Motivationen, Ängste und Phantasien der Emigranten bezogen auf ihre alte wie ihre neue Umgebung. In Anlehnung an Wilfred R. Bion beschrieben sie die Migration als "catastrophic change" mit potentiell traumatischen und identitätsbedrohenden Auswirkungen.
1995 zog Rebeca Grinberg mit ihrem Mann nach Barcelona, wo León Grinberg 2007 starb.
María Teresa Ruiz (López; de Bascones) war Schulleiterin, bevor sie sich der Psychoanalyse zuwandte. Sie nahm Ende 1950 am Gründungstreffen der spanischen psychoanalytischen Gruppe teil und gehörte 1954 zu den Gründungsmitgliedern der Asociación Psicoanalítica Española. Ihre Lehranalyse begann sie bei Margarete Steinbach, die 1951 nach Spanien gekommen war, und setzte sie nach deren Tod im Jahr 1954 bei León Grinberg in Buenos Aires fort. 1958 trat María Teresa Ruiz der Sociedad Luso-Española de Psicoanálisis bei. Nach der Teilung der Vereinigung gehörte sie zunächst der Sociedad Española de Psicoanálisis, dann der Asociación Psicoanálitica de Madrid an, deren Präsidentin sie von 1986 bis 1987 war.
María Teresa Ruiz López starb im Alter von 95 Jahren in Madrid.

Carolina Zamora wurde in Cordoba in Andalusien als drittes von sechs Kindern des Landwirts Miguel Zamora geboren. Sie besuchte dort das Gymnasium und zog dann mit ihrer Tante Teresa nach Madrid, um Medizin zu studieren. 1936 machte sie ihr Examen und spezialisierte sich in Pädiatrie und Psychiatrie. Unter anderem arbeitete sie als Ärztin am Hospital Ntra. Sra. de las Mercedes in San Sebastián und am Hospital Provincial in Madrid und lehrte als Assistenzprofessorin an der medizinischen Fakultät der Universität Madrid sowie am Madrider Hospital Clinico de San Carlos.
1940 heiratete Carolina Zamora den ebenfalls aus Cordoba stammenden Maler Rafael Pellicer y Galeote (1906-1963), der an der Escuela de Bellas Artes in Madrid unterrichtete. Das Atelier Pellicers war damals ein Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen, die sich für die Psychoanalyse interessierten. Aus der Ehe gingen drei Töchter, Conchita, Soledad und Teresa, sowie ein Sohn, Rafael Carlos, hervor.
Carolina Zamora de Pellicer begann 1952 eine Lehranalyse bei der deutschen Psychoanalytikerin Margarete Steinbach, die damals die einzige Lehranalytikerin in Madrid war. Nach Steinbachs Tod setzte sie 1955 ihre Ausbildung mit einer Analyse bei Maurice Bouvet am Institut de Psychanalyse in Paris fort. 1958 hielt sie ihren Einführungsvortrag mit dem Thema Histoire d'une névrose und wurde Mitglied der Société Psychanalytique de Paris. Bereits 1954 hatte Carolina Zamora die Asociación Psicoanalìtica Española mitgegründet und gehörte später dem Vorstand der Sociedad Luso-Española de Psicoanálisis an.
Sie wurde 1973 Mitglied der neugegründeten Asociación Psicoanálitica de Madrid, deren Präsidentin sie von 1982 bis 1983 war. Außerdem gehörte sie dem Vorstand der Sociedad Española de Medicina Psicosomática y Psicoterapia an. Neben ihrer Tätigkeit als Lehranalytikerin war es ihr ein besonderes Anliegen, der Psychoanalyse mehr Geltung in den intellektuellen Kreisen der spanischen Gesellschaft zu verschaffen.