Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in Italien

Geschichte

Jacqueline Amati Mehler
Silvia Amati Sas (Schweiz)
Simona Argentieri
Piera Aulagnier (Frankreich)
Virginia Finzi Ghisi
Renata Gaddini
Luciana Nissim
Alice Ricciardi-von Platen
Mara Selvini Palazzoli
Laura Sinatti
Alessandra Tomasi di Lampedusa





1946/47 war Alice von Platen-Hallermund gemeinsam mit Alexander Mitscherlich und Fred Miehlke offizielle Beobachterin bei den Nürnberger Ärzteprozessen. Die von ihr 1948 veröffentlichte Dokumentation Die Tötung Geisteskranker in Deutschland deckte die Mittäterschaft deutscher Ärzte an den nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen auf. Die Autorin stieß damals mit ihrem Buch auf wenig öffentliches Interesse, erst nach seiner Wiederentdeckung und der Neuauflage 1993 gelangte sie zu internationalem Ansehen.



In ihrem Aufsatz Sviluppo della soggettualità e processi di separazione nella relazione analitica ging Laura Sinatti der Frage nach, welche Faktoren in der analytischen Beziehung die Entwicklung von Subjektivität fördern können und welche Rolle Trennungsprozesse dabei spielen.


In ihrer wohl berühmtesten Analyse, vorgetragen Anfang der 1970er Jahre in den psychoanalytischen Zentren in Rom und Palermo, behandelte sie einen Fall von Likanthropie, also einen Patienten, der sich für einen Werwolf hielt. Darin prägte sie in Anlehnung an den Klein'schen Begriff der "projektiven Identifizierung" den Neologismus einer "identifikatorischen Introjektion".
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1957 widmete sich Alessandra Tomasi di Lampedusa neben ihrer Privatpraxis auch der Herausgabe seines Werks. Sie war Ehrenpräsidentin des Centro di Psicoanalisi di Palermo, bis sie in ihrem Palazzo in Palermo an einer Lungenentzündung starb.


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