Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Geschichte der Psychoanalyse in Kanada

Biografien

Nach einer einzigen Ausgabe im Jahr 1954 erscheint seit 1993 - bis 2002 unter der Regie von Eva Lester - die Canadian Journal of Psychoanalysis / Revue Canadienne de Psychanalyse regelmäßig als zweisprachiges Organ der CPS/SCP. Im Umkreis der S.P.M. entstanden die Zeitschriften Interprétation mit 24 Ausgaben zwischen 1967 und 1981, Frayages, von der drei Nummern zwischen 1984 und 1987 erschienen sind, Trans mit zehn Ausgaben zwischen 1992 und 1999 sowie die seit 1992 erscheinende Zeitschrift Filigrane.

Richtungen

Die Gründerfiguren der kanadischen Psychoanalyse waren eher durch französische und englische Einflüsse als durch nordamerikanisches psychoanalytisches Denken geprägt, das sich später jedoch besonders bei den englischsprachigen Psychoanalytikern in Kanada durchsetzte. Rivalitäten zwischen dem französischsprachigen Montreal und dem englischsprachigen Toronto haben auch in der psychoanalytischen Bewegung eine Rolle gespielt. In den 1970er und 1980er Jahren gab es in Toronto eine heftige Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Selbstpsychologie Heinz Kohuts und orthodoxen Freudianern, eine Spaltung wurde jedoch vermieden. Die klassisch freudianische Richtung blieb die vorherrschende in der CPS/SCP. Gegen den Trend zur Medizinierung gründeten Ende der 1980er Jahre psychoanalytisch orientierte Psychologen der Ontario Psychological Association ein eigenes Institut, das Toronto Institute for Contemporary Psychoanalysis (TICP).
Neben den Genannten besonders bekannt wurden die kanadischen Psychoanalytiker Patrick J. Mahony, der sich den literarischen Aspekten der Psychoanalyse widmete, Jean Imbeault mit seinem Buch Mouvemenents, Dominique Scarfone, Begründer von Trans, Roger Dufresne, der die erste Bibliografie der Werke Freuds verfasste, Julien Bigras, Begründer von Interprétation, und François Péraldi, der Lacans Denken in Québec einführte.

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