Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Geschichte der Psychoanalyse in Russland

Biografien

Eine wichtige Rolle für die Rehabilitierung der Psychoanalyse spielte ein von der georgischen Akademie für Wissenschaften 1979 in Tiflis organisiertes Symposium über das Unbewusste, an dem sowjetische Wissenschaftler und westliche Psychoanalytiker, Philosophen und Linguisten teilnahmen. Die Politik der Perestroika in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begünstigte das Wiederaufleben der russischen psychoanalytischen Bewegung. 1989 wurden Freuds Werke neu übersetzt und veröffentlicht, im gleichen Jahr entstand unter der Leitung von Pawel Sneshnewski eine psychoanalytische Sektion in der Vereinigung praktizierender Psychologen.

Institutionalisierung

Nachdem sich 1988 eine lacanianisch orientierte Gruppierung gebildet hatte, fand 1989 in Moskau die Gründung der Psychoanalytischen Vereinigung der UdSSR statt, die nach dem Zerfall der Sowjetunion in Russische Psychoanalytische Vereinigung (RPV) umbenannt und als Guest Study Group von der IPA anerkannt wurde. Ihr erster Präsident war der Psychiater Aron Belkin. Auch in St. Petersburg (1990) und Rostow (1991) entstanden psychoanalytische Gesellschaften. Seit 1991 erscheint mit Rossijskij Psichoanalitiĉeskij Vestnik [Russian Psychoanalytical Bulletin] wieder eine psychoanalytische Zeitschrift in Russland.
1995 konstituierte sich aus der Sneshnewski-Sektion die Moskauer Psychoanalytische Gesellschaft und zwei Jahre später die Moskauer Psychoanalytiker-Gesellschaft. Seit Mitte der 1990er Jahre existiert eine weitere psychoanalytische Gesellschaft in Jekaterinenburg.

© 2007-2017 Brigitte Nölleke       Letzte Änderung: 16.12.2016       Impressum